Kunsttherapie

Künstlerisches Gruppenangebot für Flüchtlingskinder und -jugendliche

Wir freuen uns sehr Ihnen mitteilen zu können, dass refugio thüringen e.V. ab Juni 2016 künstlerische Gruppenangebote für geflüchtete Kinder und Jugendliche bereithalten wird.

In ungezwungener und freier Atelieratmosphäre können die Kinder und Jugendlichen ohne Vorgaben, ohne besondere Kenntnisse oder Fähigkeiten, bildnerisch tätig werden. Das heißt, es besteht die Möglichkeit, sich spielend auszuprobieren, neue Materialien und künstlerische Herangehensweisen zu erforschen, nach einem ganz eigenen, individuellen Ausdruck zu suchen.

Ziel soll es sein, einen ‚Rahmen‘ zur Verfügung zu stellen, der es erlaubt, Zeit zu verbringen, die künstlerisch frei gefüllt werden kann, ohne Anforderungen und Erwartungen.

Damit bieten wir einen Ausgleich zum Alltag. Spannungen können reduziert oder gar aufgelöst und die persönliche Lebensqualität bereichert werden.

Darüber hinaus sorgen wir für einen gesicherten Rahmen, ein ungestörtes Arbeitsumfeld, konstante Bedingungen, eine professionelle Begleitung und ein hochwertiges künstlerisches Materialangebot.

Bei Interesse der Kinder und Jugendlichen kann im Nachgang eine Ausstellung organisiert werden.

Aber, um das nochmals zu betonen, die Teilnahme an der Gruppe ist grundsätzlich zweckfrei. Es muss kein für andere sichtbares Ergebnis entstehen.

Grundsätzlich können sich die Kinder und Jugendlichen mit inneren Bildern, Gedanken, Gefühlen, Erlebnissen bildnerisch auseinandersetzen, verschiedene Perspektiven entwickeln/ einnehmen und damit Handlungsspielräume, zunächst auf der Bildebene, erweitern. Dieser Prozess kann klärend und entlastend wirken, die Konzentrationsfähigkeit steigern, zur Überprüfung der Selbst- und Fremdwahrnehmung genutzt werden und sich nicht zuletzt positiv auf das innere Gleichgewicht auswirken.

Nehmen Sie bei Fragen zu dem Angebot gern Kontakt zu uns auf:

Tel.: 03641/226281

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Dieses Projekt wird finanziert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Eine Gruppe für Kinder der Thomas-Mann-Schule Erfurt befindet sich zur Zeit im Aufbau.


Seit Januar 2017 konnte zudem mithilfe der Unterstützung von Save The Children eine Gruppe für Kinder der Saaletalschule ins Leben gerufen werden.

In enger Abstimmung mit der Kindersprachbrücke Jena e.V. findet eine weitere Gruppe an der Lobdeburgschule in Jena statt. Diese trifft sich einmal wöchentlich für 2 Schulstunden und wird von der Kunsttherapeutin Frau Meyer angeleitet.

Die Gruppe ist konzipiert für traumatisierte und/ oder psychisch belastete Flüchtlingskinder der Lobdeburgschule (Jungen und Mädchen) im Alter von 10 bis 15 Jahren für 18 Therapiesitzungen (ca. ein halbes Schuljahr) als sogenannte halbgeschlossene Gruppe.

Die Anmeldung kann erfolgen durch:

  • Eltern,
  • LehrerInnen,
  • SchulsozialarbeiterInnen/ SchulpsychologInnen

Diese Gruppe findet statt dank der finanziellen Unterstützung des Lionsclub Jena und der Heidehofstiftung.

 

 

 
Kurzportrait

„Ich habe den Krieg erlebt und ich wünsche selbst meinem größten Feind nicht, erleben zu müssen, was ich erlebt habe.“
Frau A. aus Tschetschenien / Klientin bei REFUGIO Thüringen


Das Psychosoziale Zentrum REFUGIO Thüringen ist ein Therapie- und Beratungszentrum für Flüchtlinge, die in ihrer Heimat politische Verfolgung, Folter und Gewalt im Kontext kriegerischer Auseinandersetzungen erlitten haben. Unter der Last dieser Erlebnisse sowie den Folgen der Entwurzelung und erschwerten Lebensbedingungen im Exil bieten wir Unterstützung in Form von Sozialberatung, Psychotherapie und Vermittlung von externen Hilfen. Unsere Angebote werden von Sprach- und KulturmittlerInnen begleitet.

REFUGIO Thüringen will zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Flüchtlingen im Speziellen und MigrantInnen im Allgemeinen beitragen, in dem es therapeutische Angebote, Stellungnahmen in asylrechtlichen und sozialen Fragen sowie ganzheitliche (psychosoziale) Beratung und Unterstützung durch ein interdisziplinäres Team unterbreitet bzw. an externe Hilfen vermittelt.

REFUGIO Thüringen will auf jene Faktoren Einfluss nehmen, welche die Entstehung und den Verlauf psychischer Erkrankungen beeinflussen. Grundlegend wird REFUGIO Thüringen daher die Forderung nach einem humanen Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen unterstützen, denn Teil des Traumas ist nicht nur die erlebte Folter, (Kriegs-)Gewalt oder Verfolgung im Herkunftsland, sondern auch die aktuelle Ausgrenzung, Beschäftigungslosigkeit, Unterbringungs- und Versorgungssituation von Flüchtlingen im Exil.

REFUGIO Thüringen sieht es als notwendig an, Themen wie „Trauma“ und „Krankheit" und die damit einhergehende Schutzbedürftigkeit von Flüchtlingen stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit sowie in die Strukturen des Gesundheitssystems zu bringen. Dabei soll eine Sensibilisierung für die spezifischen Problemlagen von Flüchtlingen in der Fachöffentlichkeit und bei politischen Entscheidungsträgern für die Situation angestrebt werden.