Aktuelles

 

Infos zu Fortbildungen 2017

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, mit dem folgenden Newsletter möchten wir Sie auf einige Veranstaltungen und Fortbildungen im Themenbereich transkulturelle Psychotherapie / Arbeit mit Folterüberlebenden aufmerksam machen. Hierbei handelt es sich um eine Übersicht zu den Angeboten für 2017, evtl. werden noch neue Termine gesammelt und im Laufe des Jahres nachgereicht.
Beachten Sie bitte: Die Auswahl der Veranstaltungen ist selektiv und subjektiv, nicht alle VeranstalterInnen sind REFUGIO bekannt.

Zum Download hier:

Newsletter 2017: Fortbildungen

 

Eröffnung des Standorts Erfurt am 22.11.16

Zur offiziellen Eröffnung des Erfurter Standorts lud REFUGIO Thüringen am 22.11.16 ab 14.30 Uhr in die Schillerstraße 44. Die hohe Gästezahl des Nachmittags spiegelte das rege Interesse an der Arbeit des Psychosozialen Zentrums für Flüchtlinge. Wir freuen uns, dass so viele Interessierte die Veranstaltung besuchten und mit unseren MitarbeiterInnen vor Ort ins Gespräch kamen. Zudem danken wir Frau Heike Werner, Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, die einige Worte zur Eröffnung des PsZF Erfurt sprach und die Fördergelder des Ministeriums symbolisch überbrachte. Für die musikalische Umrahmung des Nachmittags übernahmen die Trommelgruppe des Afrikanisch-Deutschen-Vereins für Kultur und Bildung e.V. sowie Sarmad Abdulajid an der Oud.

Seit nunmehr zehn Jahren existiert das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge (PsZF) in Jena. Als bislang einzige spezialisierte Einrichtung zur Behandlung traumatisierter Flüchtlinge und Folteropfer in Thüringen leistete und leistet das Zentrum einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung internationaler Menschenrechtsabkommen und europäischer Asylrichtlinien. Aufgrund vielfältiger belastender Erlebnisse vor, während und auch nach der Flucht ist ein Teil dieser Flüchtlinge psychisch belastet bzw. erkrankt.

Als einzige, speziell auf die Bedürfnisse psychisch belasteter Flüchtlinge zugeschnittene Einrichtung in Thüringen richtet sich das PsZF mit seinen psychosozialen Angeboten an Menschen, die wegen des Er- und Überlebens politischer oder nichtstaatlicher Verfolgung, psychischer und physischer Folter, sexualisierter und Kriegsgewalt, Inhaftierungen etc. ihre Heimat verlassen mussten und psychisch belastet sind. Im PsZF erhalten sie eine kostenfreie ganzheitliche Unterstützung, die psychotherapeutische Behandlung, soziale Beratung, Körpertherapie, Kunsttherapie und medizinische Versorgung umfasst.

Im Jahr 2015 konnten 205 Klienten und Klientinnen betreut werden, während hunderte andere psychisch erkrankte und/oder traumatisierte Geflüchtete lediglich einen Platz auf der Warteliste des Zentrums bekamen. Diesem großen Bedarf wird nun durch einen zweiten Standort des PsZF in Erfurt Rechnung getragen. Vor Ort stehen zwei Kinder- und Jugendpsychotherapeutinnen, zwei Sozialberaterinnen, eine Ärztin sowie ein Psychologischer Psychotherapeut für Erwachsene zur Verfügung. Auch in Erfurt arbeiten wir zusammen mit Dolmetschern und Dolmetscherinnen, um eine adäquate Betreuung psychisch erkrankter und traumatisierter Flüchtlinge zu gewährleisten. Die Koordination und Verwaltung beider Zentren erfolgt am Standort Jena. Dort ist auch die zentrale Anlaufstelle für Neuanmeldungen.

Presse:

http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Hilfe-auf-dem-Weg-zurueck-ins-Leben-fuer-Fluechtlingen-in-Erfurt-1263128019

http://www.radio-frei.de/index.php?iid=7&ksubmit_show=Artikel&kartikel_id=6101

http://www.wetter.de/cms/kapazitaeten-fuer-traumatisierte-fluechtlinge-aufgestockt-4038326.html

http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Immer-weniger-Plaetze-in-Thueringer-Frauenhaeusern-1684234206

https://www.welt.de/regionales/thueringen/article159657114/Kapazitaeten-fuer-traumatisierte-Fluechtlinge-aufgestockt.html

http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Kapazitaeten-fuer-traumatisierte-Fluechtlinge-aufgestockt-1093785665

http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Hilfe-auf-dem-Weg-zurueck-ins-Leben-fuer-Fluechtlingen-in-Erfurt-1263128019

Fotos: Katayoon Henkel

 

 

BAfF-Tagung 2016 in Jena

Vom 6.-8.11.16 fand in Jena die Jahrestagung der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF e.V.) mit dem Titel „Durch die Wand im Kopf - Tabus in der psychosozialen Arbeit mit Geflüchteten“ statt. Die Veranstaltung hatte zum Ziel, einzelne Themen dieser komplexen Fragestellung herauszugreifen und über Tabus als soziale Normen in der Arbeit mit Geflüchteten zu diskutieren. Gleichzeitig wurden Handlungsoptionen zum Umgang mit Tabus in der psychosozialen Beratung angesprochen und aktuelle Entwicklungen zu Themen von Flucht und Asyl aufgegriffen.

Eine Vielzahl von Vorträgen und Workshops bot den TeilnehmerInnen einen umfassenden Einblick zum Thema, genügend Raum zur Reflektion und Austausch mit anderen AkteurInnen des Arbeitsfelds. So referierten die geladenen ExpertInnen unter anderem über die Täter-Opfer-Perspektive in der psychotherapeutischen Arbeit mit Geflüchteten, die aktuelle Situation in Nordsyrien und die Seenotrettung von Flüchtling auf dem Mittelmeer. Aber auch rassismuskritisches Denken und Handeln in der Psychologie oder sexualisierte Gewalt an Männern wurde in den Vorträgen angesprochen und zur Debatte gestellt. Die Podiumsdikussion widmete sich der Frage: „Wie politisch können/sollen/müssen die Psychosozialen Zentren sein?“ Zu Gast waren hier Heinz-Jochen Zenker (BAfF-Vorstand und Vorstandsvorsitzender Ärzte der Welt), Miloud Lahmar Cherif (The VOICE Refugee Forum), Heike Werner (Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie), Barbara Wolf (Leitung Sozialamt Jena) und Manfred Makowitzki (Organisatorischer Leiter des Behandlungszentrums für Folteropfer Ulm).

Im Rahmen der 20. Jahrestagung des BAfF e.V. verfassten und verabschiedeten die TeilnehmerInnen eine Resolution mit dem Titel „Die Menschenwürde wird migrationspolitisch relativiert“, welche aktuelle Entwicklungen in der Flüchtlingspolitik und Asylgesetzgebung anprangert. Im Zentrum steht die Kritik am neuen Gesetzentwurf zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht. So werden in diesem Zusammenhang der erschwerte Zugang in die EU und die Aufnahmeregelungen innerhalb der EU (Dublin-IV-Verfahren) verurteilt. Auch das Fehlen von Verfahrensgarantien für besonders Schutzbedürftige, die Klassifizierung von Flüchtlingen nach „Bleibeperspektive“, die potentielle Abschiebung von kranken und traumatisierten Geflüchteten sowie die Einschränkung der UN-Kinderrechtskonvention sind nicht hinnehmbar. In der Resolution heißt es: Opfer von Menschenrechtsverletzungen dürfen hier nicht wieder zu Opfern von struktureller Gewalt werden.

Der Wortlaut der Resolution ist nachzulesen unter:

http://www.baff-zentren.org/news/die-menschenwuerde-wird-migrationspolitisch-relativiert/

Das Programm der Tagung ist einzusehen unter:

http://www.refugio-thueringen.de/cms/images/pdf/flyer_tagung_2016.pdf


Die Tagung wurde gefördert durch die Stadt Jena, die Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge des Freistaats Thüringen, die Evangelische Kirche Mitteldeutschland, die Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen, die UNO-Flüchtlingshilfe, die Europäische Union das Kassablanca Jena und das Referat für Menschenrechte des Stura der Uni Jena.

 


Kinderzirkuscamp „Irgendwie anders“

In der ersten Sommerferienwoche fand in Pfarrkeßlar im Weimarer Land das integrative Kinderzirkuscamp „Irgendwie anders“ statt. Möglich gemacht hat das Kooperationsprojekt von REFUGIO thüringen mit dem buntergrund e.V., der Freien Grundschule Milda sowie dem Erlebniswerk e.V. die Förderung von „Kultur macht stark“, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Insgesamt nahmen 35 Kinder von 7 bis 15 Jahren teil, 12 davon – Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Serbien und der Türkei – wurden von REFUGIO vermittelt. Alle lernten gemeinsam in 4 Workshops Kunststücke in den Bereichen Jonglage, Akrobatik, Balance und Clownerie. Neben den täglichen Trainingseinheiten in den Kleingruppen gab es eine Unterbringung in traumhafter Umgebung, gutes Essen und ein buntes Rahmenprogramm von gemeinsamen Aktivitäten.

 

Der Höhepunkt der ereignisreichen Woche war die große Abschlussshow im Zirkuszelt am Samstagvormittag, bei der alle Kinder dem zahlreich erschienenen Publikum sichtlich stolz ihre Tricks vorführten. Das anschließende gemeinsame Essen mit Kindern, Eltern und HelferInnen stellte den Abschluss einer rundum gelungenen Woche dar.

 

 

 

An dieser Stelle möchte REFUGIO thüringen im Namen „unserer“ TeilnehmerInnen und ihrer Familien den FördermittelgeberInnen, den OrganisatorInnen und BetreuerInnen sowie allen weiteren haupt- und ehrenamtlich Beteiligten einen großen Dank aussprechen. Für die Kinder war die Zirkuscampwoche eine großartige Erfahrung. Alle waren begeistert und forderten vehement eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Weitere Fotos sowie einen kurzen Artikel finden Sie hier:

http://jena.otz.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Kinderzirkusprojekt-in-Pfarrkesslar-bringt-Einheimische-und-Fluechtlinge-zusamme-110306074

http://jena.otz.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Menschliche-Pyramide-beim-Zirkuscamp-in-Pfarrkesslar-2124947139

 

 

 

 


 

 

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