top of page

“SoulCaRe - Früherkennung besonders schutzbedürftiger Asylsuchender“

Mi., 01. Apr.

|

Zoom

mit Hannah Gerstl (Refugio München) und Stefano Scala (Refugio München) REFUGIO Online-Fortbildung

Zeit & Ort

01. Apr. 2026, 16:00 – 18:00

Zoom

Einladung

“SoulCaRe - Früherkennung besonders schutzbedürftiger Asylsuchender“


Im Mai 2024 wurde die Reform des „Gemeinsamen Europäischen Asylsystems“ (GEAS) vom europäischen Parlament sowie dem Rat der EU verabschiedet und soll ab Juni 2026 in Deutschland zur Anwendung kommen. Die neue EU-Aufnahmerichtlinie sieht ein flächen-deckendes Screening auf besondere Vulnerabilitäten bei Geflüchteten vor.


Alle Asylsuchenden müssen die Belastungen der Erlebnisse im Herkunftsland und auf der Flucht sowie kulturelle und auch bürokratische Herausforderungen bewältigen. Vor allem Menschen, die auf den ersten Blick nicht zur Gruppe der besonders belasteten Geflüchteten gehören, haben zumeist Schwierigkeiten, sich selbst als Person mit besonderem Schutzbedarf erkennen zu geben oder als solche identifiziert zu werden. Psychisch schwer erkrankte Geflüchtete können häufig Symptome einer Traumatisierung oder psychischen Erkrankung nicht einordnen und kennen ihre Rechte auf Unterstützung und Behandlung nicht. Kinder und Jugendliche wollen oftmals ihre möglicherweise ebenfalls belasteten Eltern nicht zusätzlich mit eigenen Problemen belasten. Viele LGBTIQ* Personen wissen nicht, dass sie als Angehörige einer vulnerablen Gruppe besondere Rechte haben, die bei der Unterbringung und im Asylverfahren eine Rolle spielen können. Gleiches gilt für Betroffene von Menschenhandel und FGM/C.


Eine frühe Identifizierung von psychisch erkrankten Menschen und rechtzeitige angemessene Maßnahmen können eine Verschlechterung und Chronifizierung verhindern. Die Aufklärung über Rechte ist wichtig, um die eigene Handlungsfähigkeit herzustellen. Außerdem wird durch eine frühzeitige psychosoziale Versorgung und die Möglichkeit der Anbindung an Fachberatungsstellen die Grundlage für eine nachhaltige Integration geschaffen.


Bei Refugio München wurde 2021 das Modellprojekt SoulCaRe entwickelt, das für Soul Consideration and Recognition steht. Direkt in einer Erstaufnahmeeinrichtung in München ist ein eigenes Team vor Ort, zu dem psychosoziale Peerberater*innen, Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen gehören. Ihre Aufgabe ist es, psychisch erkrankte Asylsuchende, sowie Betroffene von Menschenhandel oder FGM/C sowie LGBTIQ* Personen während ihres Aufenthalts in der Aufnahmeeinrichtung zu identifizieren und mit psychosozialer Beratung, psychischer Erststabilisierung sowie im Bedarfsfall Diagnostik zu versorgen.


Hannah Gerstl ist Psychologische Psychotherapeutin und Therapeutische Leitung bei SoulCaRe und koordiniert das Projekt gemeinsam mit Stefano Scala, dem Fachbereichsleiter von SoulCaRe, der bereits auf über 5 Jahre Erfahrung im Bereich der Identifizierung besonderer Schutzbedarfe zurückblicken kann. Beide berichten über die Anfänge des Früherkennungsprojektes und die Erkenntnisse aus deren Herausforderungen, geben einen Einblick in die aktuellen Arbeitsabläufe und die Ergebnisse einer ersten Evaluation. Im Anschluss laden wir Sie wieder zu einer angeregten Diskussion mit Ihren Anmerkungen und Fragen ein.                   

                                                          

Veranstaltungszeit:

Mittwoch, 1. April 2026 von 16 bis 18 Uhr

 

Veranstaltungsort:

Onlineveranstaltung: Sie erhalten einen Zoom-Link an die von Ihnen angegebene Mailadresse.

 

Akkreditierung: 

Ist bei der Landesärztekammer Thüringen beantragt

 

Kosten:

Die Veranstaltung ist von der Europäischen Union (AMIF) und der EKM sowie Spenden finanziert und daher für Sie kostenfrei.

 

Kontakt:

Psychosoziales Zentrum REFUGIO Thüringen

Lassallestraße 8 in 07743 Jena

Anfragen per Mail an: fortbildung@refugio-thueringen.de

 

Anmeldung:

Bitte bis zum 31.3.2025 bis 12 Uhr

___________________________________________________________________________

REFUGIO online-Fortbildungsreihe – Worum geht es?

Sie haben in Ihrem beruflichen Alltag einen Bezug zu geflüchteten Menschen, möchten dazu mehr

wissen und sich mit anderen Expert*innen austauschen. Dazu laden wir Sie ein. Basierend auf 15

Jahren Therapie- und Beratungsarbeit mit über 1.000 Klient*innen wollen wir unsere Erfahrungen

weitergeben. Unterstützt werden wir dabei von bekannten, aber auch weniger bekannten

Expert*innen.

An einem Mittwoch im Monat in der Zeit von 16.00-18.00 Uhr wenden wir uns mit einem Schwerpunktthema

an Interessierte aus Medizin, Psychotherapie, Beratung und Zivilgesellschaft.

Fachliche Inputs geben uns Impulse, anschließende Diskussionen werden durch Ihre Erfahrungen

bereichert, bestehende Netzwerke gestärkt und neue Verbindungen entwickelt.

Diese Veranstaltung teilen

bottom of page